PRAEVENIRE Initiative Frauengesundheit 2030

Petition zur Frauengesundheit 2030 - Fokus Wechseljahre

Früherkennung stärken, Versorgung verbessern, gesellschaftliches Bewusstsein schaffen.

Präambel

Das PRAEVENIRE Gesundheitsforum steht seit seinen Anfängen für die Stärkung präventiver Ansätze im Gesundheitssystem und für eine Abkehr von einer rein reaktiven Reparaturmedizin. Die PRAEVENIRE Initiative Frauengesundheit 2030 setzt ein starkes Zeichen für die Zukunft der Gesundheitsversorgung von Frauen in Österreich. Unter der Ägide von Bundesministerin Korinna Schumann werden zentrale Themen in den Mittelpunkt gestellt, die für die Lebensqualität von Millionen Frauen entscheidend sind, bisher jedoch in Politik, Gesellschaft und Medizin häufig zu wenig Bedeutung finden.

Ein Blick in die Realität zeigt deutlich: Frauen sind im Gesundheitswesen nach wie vor schlechter versorgt als Männer. Das liegt vor allem daran, dass sich Wissenschaft und Forschung jahrzehntelang stark an männlichen Standards orientiert haben. Frauen zeigen jedoch oft andere Symptome, erleben Erkrankungen anders und benötigen eine spezifische medizinische Betreuung. Besonders sichtbar wird dieses Defizit in einem Lebensabschnitt, der jede Frau betrifft - und dennoch häufig tabuisiert oder unzureichend beachtet wird: die Wechseljahre.

Die Wechseljahre sind ein natürlicher, aber tiefgreifender biologischer und psychosozialer Übergang. Bereits Jahre vor der Menopause - in der Perimenopause - treten erste hormonelle Veränderungen auf. Sie beeinflussen nicht nur das persönliche Wohlbefinden, sondern auch die Teilhabe am Arbeitsleben, die familiäre Rolle und die langfristige Gesundheit. Während bei manchen Frauen der Hormonabfall langsam und schrittweise erfolgt, erleben andere einen steileren Abfall mit massiven Symptomen und einem deutlich höheren Risiko für Folgeerkrankungen. Für diese Frauen ist die Früherkennung die einzige Chance, rechtzeitig gegenzusteuern.

Mit der Petition zur Frauengesundheit 2030 - Fokus Wechseljahre möchte der Verein PRAEVENIRE die Wechseljahre als zentralen Bestandteil der Frauengesundheit stärker ins öffentliche und politische Bewusstsein rücken - patientinnenorientiert und evidenzbasiert, für eine effizientere, geschlechtergerechtere und nachhaltigere Gesundheitsversorgung in Österreich.

Individuell

Früherkennung stärken, Lebensqualität sichern und verbessern sowie Frauen in ihrer Gesundheitskompetenz unterstützen.

Gesundheitsökonomisch

Frühzeitige Intervention vor spätere, komplexe Behandlung stellen.

Sozioökonomisch

Chancengerechtigkeit erhöhen und gesellschaftliche Teilhabe sichern.

Die Forderungen

Die 10 Forderungen

1
Wechseljahre anerkennen

Die Wechseljahre müssen als eigenständige, medizinisch relevante Lebensphase anerkannt werden. Sie betreffen nicht nur einzelne Symptome, sondern die körperliche, psychische und soziale Gesundheit von Frauen. Eine stärkere Sichtbarkeit in Medizin, Politik und Öffentlichkeit ist notwendig. Nur so kann eine adäquate Versorgung sichergestellt werden.

2
Frühe Symptome ernst nehmen und erkennen

Unspezifische Beschwerden wie Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Gewichtszunahme, etc. müssen frühzeitig ernst genommen werden. Sie können erste Hinweise auf hormonelle Veränderungen sein. Eine besondere Bedeutung kommt dabei der Sensibilisierung der Gesundheitsberufe für dieses Thema zu. Darüber hinaus tragen Früherkennung und Sensibilisierung im gesamten Gesundheitssystem wesentlich dazu bei, spätere körperliche und psychische Belastungen verhindern zu können und die Lebensqualität der betroffenen Frauen nachhaltig zu verbessern.

3
Früherkennung systematisch verankern

Die frühe Diagnose der Wechseljahre soll als fixer Bestandteil der Vorsorgemedizin etabliert werden. Ziel ist es, Beschwerden rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln. Dadurch können schwere Symptome und Folgeerkrankungen reduziert werden. Prävention beginnt vor dem Auftreten massiver Beschwerden.

4
Ärztliche Abklärung stärken

Das ärztliche Gespräch und die klinische Beurteilung stehen im Zentrum der Diagnose. Laborwerte allein reichen insbesondere in frühen Phasen oft nicht aus. Eine sorgfältige Anamnese ist entscheidend für die richtige Einordnung der Beschwerden. Die medizinische Begleitung muss individuell erfolgen.

5
Ganzheitlich diagnostizieren

Beschwerden in den Wechseljahren können auch andere Ursachen haben. Daher müssen Differenzialdiagnosen wie Stoffwechsel-, Schilddrüsen- oder psychische Erkrankungen konsequent abgeklärt werden. Eine strukturierte Diagnostik verhindert Fehldiagnosen. Sie schafft Sicherheit für Patientinnen und Behandelnde.

6
Gesundheitskompetenz fördern

Frauen sollen befähigt werden, Veränderungen ihres Körpers zu verstehen und früh zu handeln. Dafür braucht es breite, qualitätsgesicherte Information und Aufklärung. Tabus und Unsicherheiten müssen abgebaut werden. Gesundheitskompetenz ist die Grundlage für Selbstbestimmung.

7
Differenzierten Zugang sichern

Die Wechseljahre verlaufen individuell unterschiedlich und müssen auch so behandelt werden. Nicht jede Frau benötigt die gleiche Form der Unterstützung. Ein evidenzbasierter, differenzierter Zugang ist daher essenziell. Ziel ist eine personalisierte und angemessene Betreuung.

8
Versorgung verbessern

Der Zugang zu gynäkologischer und interdisziplinärer Versorgung muss sichergestellt werden. Versorgungsengpässe in zentralen Bereichen der Frauengesundheit sind zu reduzieren. Frauen müssen unabhängig von ihrem sozialen Status Zugang zu qualifizierter Betreuung haben. Eine gerechte Versorgung ist Voraussetzung für Gesundheit.

9
Prävention langfristig denken

Die Wechseljahre sind ein entscheidendes Zeitfenster für die langfristige Gesundheit. Risiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Osteoporose und psychische Belastungen können früh erkannt werden. Präventive Maßnahmen müssen gezielt eingesetzt werden. Langzeitgesundheit beginnt in dieser Lebensphase.

10
Gesellschaftliche Rahmenbedingungen verbessern

Die Auswirkungen der Wechseljahre auf Arbeitsleben und Alltag müssen stärker berücksichtigt werden. Gesundheitliche Beschwerden können Leistungsfähigkeit und Teilhabe beeinflussen. Es braucht ein Umfeld, das Frauen unterstützt statt belastet. Frauengesundheit ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Schlussfolgerung

Die Wechseljahre sind ein prägender Abschnitt im Leben jeder Frau - mit weitreichenden Auswirkungen auf Gesundheit, Lebensqualität und gesellschaftliche Teilhabe.

Früherkennung, Aufklärung und eine evidenzbasierte Versorgung sind die entscheidenden Voraussetzungen, um Risiken zu minimieren, Beschwerden zu lindern und langfristige Gesundheit zu sichern.

Die PRAEVENIRE Initiative Frauengesundheit 2030 versteht diese Petition als klaren Auftrag an Politik, Gesundheitswesen und Gesellschaft, Frauengesundheit mit Fokus auf die Wechseljahre sichtbar zu machen, strukturell zu stärken und nachhaltig zu verbessern.