Manifeste & Petitionen

Das PRAEVENIRE Gesundheitsforum hat sich seit seinen Anfängen einer Stärkung präventiver Ansätze im Gesundheitssystem und der korrespondierenden Verbesserung der Gesundheitskompetenz der Bevölkerung verschrieben.

Seit 2017

Seitenstettener Manifest

Zur zukünftigen onkologischen Versorgung Österreichs

Präambel

Gesundheitssysteme bestehen aus vielen Ebenen. Eine funktionierende Gesundheitspolitik beeinflusst die Gesundheit der Gemeinschaft positiv und trägt gleichzeitig Verantwortung für die Gesundheit des Einzelnen. Es ist ein zentrales Anliegen des PRAEVENIRE-Gedankens, diese Ebenen holistisch zu verbinden.

PRAEVENIRE versteht die Komplexität des österreichischen Gesundheitssystems. Trotzdem wollen wir Impulse setzen, um mit vorhandenen Ressourcen bestmögliche Ergebnisse für die Menschen zu erzielen. Das Konzept einer Reparaturmedizin ist ausgelaufen. Um Gesundheit zu maximieren, bedarf es der Prävention und des Verständnisses für wichtige Stellschrauben außerhalb des Gesundheitssystems, wie Erziehung, Umwelt, Arbeit, Infrastruktur und Ökonomie.

Formuliert am zweiten PRAEVENIRE Gesundheitsforum in Seitenstetten, 10.–13. Mai 2017, von Univ.-Prof. Dr. Michael Gnant, Univ.-Prof. Dr. Reinhard Riedl, Univ.-Prof. Dr. Richard Crevenna und Mag. Martin Schaffenrath. Präambel verfasst von Dr. Armin Fidler.

Die 10 Forderungen

1

Österreichs onkologische Versorgung agiert im weltweiten Spitzenfeld. Wenn wir wollen, dass das so bleibt, müssen wir jetzt handeln.

2

Durch den demografischen Wandel besteht eine Riesenherausforderung in der onkologischen Versorgung. Um das Jahr 2030 wird jeder vierte Österreicher über 65 Jahre alt sein.

3

Eine intensivierte und sachkundige Investition in Früherkennung ist dringend nötig. Desto eher wir Krebs erkennen, desto weniger Zerstörung und Kosten kann er anrichten.

4

Wir engagieren uns dafür, dass jeder Patient die sinnvollste Therapie zum richtigen Zeitpunkt erhält. Eine nachhaltige Krebsmedizin kann es sich nicht leisten, Behandlungsstandards zu akzeptieren, bei denen wirksame Behandlungen nicht stattfinden.

5

Es besteht eine gesellschaftliche Verantwortung, konstruktiv über „Value“ zu diskutieren und akzeptable Kosten vorzuschlagen, damit in einem breiteren gesellschaftlichen Diskurs über definierte Benefits geredet werden kann.

6

Der Forschungsstandort Österreich ist unterfinanziert. Wir müssen dringend in die klinische Krebsforschung investieren. Jetzt die Forschung zu vernachlässigen, wäre ein fataler und kurzsichtiger Fehler.

7

Damit Medizin in der klinischen Routine gut sein kann, braucht sie gute Innovation und Forschung. Nur durch Integration von Klinik und Forschung kann eine patientenorientierte Weiterentwicklung des Gesundheitswesens stattfinden.

8

Wir brauchen Rahmenbedingungen, um die neuesten methodologischen Innovationen in den alltäglichen Kampf gegen Krebs zu integrieren. Wir müssen Big Data zu Smart Data veredeln.

9

Die Rehabilitation der Krebspatienten muss weitergedacht werden. Umfassende neue Konzepte müssen entwickelt werden, um Menschen beim Wiedereinstieg ins Leben zu unterstützen.

10

Eine optimal arbeitende Onkologie ist von allgemeinem Interesse. Es lohnt sich, weiterhin mit allen Mitteln für eine nachhaltige Reduktion des Krebsproblems in der Gesellschaft zu kämpfen. Dieses Ziel wird im 21. Jahrhundert erreichbar werden.

Seit 2022 · Über 722 Unterstützer:innen

Seitenstettener Petition zu Harm Reduction

Für Risikominderung und Schadensreduktion

Im Zuge vieler PRAEVENIRE Gipfelgespräche, Workshops und Keynotes wurden immer wieder die Konzepte Harm Reduction, Schadensreduktion und Risikominderung angesprochen. Im Rahmen spezifischer Gipfelgespräche begann PRAEVENIRE, das Potential dieser Ansätze in den Fokus zu rücken.

Bei den 6. PRAEVENIRE Gesundheitstagen 2021 im Stift Seitenstetten startete die Initiative zur Entwicklung der Petition. Gemeinsam mit Expert:innen wurde sich auf fünf Lebensstilrisiken konzentriert: Bewegung, Ernährung, Alkohol, Rauchen und illegale Drogen — insbesondere vor dem Hintergrund der Onkologie, Orthopädie, kardiovaskulärer Erkrankungen und der Zahngesundheit.

Die Petition definiert Harm Reduction und Risikominderung als unterstützende Ansätze und hält fest, dass Prävention Primärziel bleiben muss und Lebensstiländerung die bestmöglichen Outcomes darstellt. Harm Reduction soll dort greifen, wo Prävention zu spät kommt.

Die 8 Forderungen

1

Eine Gesellschaft frei von Suchtverhalten und vermeidbaren Lebensstilrisiken ist kein realistisch kurzfristig erreichbares Ziel. Bedarfsgerechte Ansätze der Harm Reduction und Risikominderung können eine Brücke darstellen, um eine nachhaltige, schrittweise Verbesserung im Lebensstil einzuleiten.

2

Harm Reduction und Risikominderung können zusätzliche, unterstützende Tools im Umgang mit Lebensstilrisiken und Suchtverhalten sein. Daher muss allgemein die Präventionsarbeit in Österreich aufgewertet und Gesundheitswissen ab dem Kindesalter stärker vermittelt werden.

3

Evidenzbasierung und Wissenschaftlichkeit müssen Grundlage aller Ansätze zu Harm Reduction und Risikominderung sein. Ein aktiver Dialog mit der Wissenschaft ist notwendig und soll gefördert werden.

4

Die Förderung wissenschaftlicher, evidenzbasierter Auseinandersetzung mit den Ansätzen soll eine verbesserte Kommunikation über den State of the Art in und mit der medizinisch-wissenschaftlichen Community begleiten.

5

Eine verstärkte Aufklärung und Transfer des Wissens in die Praxis der Gesundheitsversorgung muss angestrebt werden, um pragmatische Ansätze zur Senkung von Lebensstilrisiken vermitteln zu können.

6

Vergleichbare evidenzbasierte Diskurse und Bewertungsprozesse sollen für nationale wie europäische gesundheitspolitische und regulatorische Entscheidungen angewendet werden.

7

Innovative österreichische Projekte zu Harm Reduction und Risikominderung sollen gefördert sowie regelmäßig evaluiert werden. Erfolgreiche Ansätze sollen in die Regelversorgung übernommen werden.

8

Niederschwelligkeit und Praxistauglichkeit muss bei allen Angeboten ein zentraler Fokuspunkt sein. Die Begegnung und Aufklärung auf Augenhöhe mit den Betroffenen muss gesucht werden.

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BereitsUnterstützer:innen

Unterstützer:innen

Mag.pharm. Monika Aichberger
Mag.pharm. Monika Aichberger
Vizepräsidentin Österr. Apothekerkammer
Assoc. Prof. Priv.-Doz. Dr. Martin Andreas, MBA
Assoc. Prof. Priv.-Doz. Dr. Martin Andreas, MBA
Programmleiter Herzklappenchirurgie, MedUni Wien
Dr. Gerald Bachinger
Dr. Gerald Bachinger
ehem. Patientenanwalt NÖ
Prim. Dr. Martin Barth
Prim. Dr. Martin Barth
Abt.leiter Psychiatrie, PEK Steyr
Dr. Alexander Biach
Dr. Alexander Biach
Generaldirektor SVS
Prim. Univ.-Prof. Dr. Nikolaus Böhler
Prim. Univ.-Prof. Dr. Nikolaus Böhler
em. Vorstand Orthopädie, Kepler Uniklinikum
Dr. Corinna Bruckmann, MSc
Dr. Corinna Bruckmann, MSc
Past President ÖGP
Manfred Brunner
Manfred Brunner
ehem. Landesstellenvors. ÖGK Vorarlberg
Univ.-Prof. Dr. Catherina Chiari
Univ.-Prof. Dr. Catherina Chiari
Präsidentin ÖGOrC, MedUni Wien
Univ.-Prof. Dr. Richard Crevenna, MMSc, MBA
Univ.-Prof. Dr. Richard Crevenna, MMSc, MBA
Vorstand Physikalische Medizin, MedUni Wien
Priv.-Doz. Dr. Valerie Nell-Duxneuner
Priv.-Doz. Dr. Valerie Nell-Duxneuner
Ärztliche Direktorin Hanusch-KH, ÖGK
Mag. pharm. Dr. Ulrike Mursch-Edlmayr
Mag. pharm. Dr. Ulrike Mursch-Edlmayr
Präsidentin Österr. Apothekerkammer
Mag. Barbara Fisa, MPh
Mag. Barbara Fisa, MPh
GF The Healthy Choice
Mag. pharm. Gunda Gittler, aHPh
Mag. pharm. Gunda Gittler, aHPh
Leiterin Anstaltsapotheke Barmh. Brüder Linz
Dr. Reingard Glehr
Dr. Reingard Glehr
Allgemeinmedizinerin, Initiative Österreich Impft
MR Dr. Reinhold Glehr
MR Dr. Reinhold Glehr
Arzt für Allgemeinmedizin
Univ.-Prof. Dr. Michael Gnant
Univ.-Prof. Dr. Michael Gnant
MedUni Wien & Präsident ABCSG
Daniel Peter Gressl, DGKP
Daniel Peter Gressl, DGKP
Österr. Gesundheits- und Krankenpflegeverband
Univ.-Doz. Dr. Ernest Groman
Univ.-Doz. Dr. Ernest Groman
Wiss. Leiter Nikotin Institut
Dr. Marlies Gruber
Dr. Marlies Gruber
GF forum. ernährung heute
Margit Halbfurter, MSc D.O.
Margit Halbfurter, MSc D.O.
Präsidentin Österr. Ges. für Osteopathie
Dr. Hans Haltmayer
Dr. Hans Haltmayer
1. Vorsitzender ÖGAB
Sebastian Hochreiter
Sebastian Hochreiter
ÖH MED
Lisa Holzgruber
Lisa Holzgruber
Founder rotable
Mag. pharm. Andreas Hoyer
Mag. pharm. Andreas Hoyer
1. Vizepräsident Apothekerverband
Mag. pharm. Gernot Idinger, aHPh
Mag. pharm. Gernot Idinger, aHPh
Leiter Anstaltsapotheke PEK
Mag. Georg Jillich
Mag. Georg Jillich
Präsident Österr. Kneippbund
Univ.-Prof. Dr. Lars-Peter Kamolz
Univ.-Prof. Dr. Lars-Peter Kamolz
Leiter Plast. Chirurgie, LKH-Univ. Klinikum Graz
Dr. Andreas Krauter
Dr. Andreas Krauter
Leiter Med. Dienst ÖGK
Dr. Herwig Kügler
Dr. Herwig Kügler
Hals-Nasen-Ohren-Facharzt
Univ.-Prof. Dr. Günther Laufer
Univ.-Prof. Dr. Günther Laufer
Stv. Ärztlicher Direktor AKH Wien
Mag. Karl Lehner, MBA
Mag. Karl Lehner, MBA
GF OÖ Gesundheitsholding
Thomas Marschall
Thomas Marschall
Vorstandsmitglied Österr. Ges. für Osteopathie
Mag. pharm. Dr. Elisabeth Messinger, aHPh
Mag. pharm. Dr. Elisabeth Messinger, aHPh
Leiterin Anstaltsapotheke Barmh. Brüder Wien
Nina Mittendorfer
Nina Mittendorfer
Vorstandsmitglied Österr. Ges. für Osteopathie
Univ.-Prof. Dr. Christoph Neumayer
Univ.-Prof. Dr. Christoph Neumayer
Leiter Gefäßchirurgie, MedUni Wien
Mag. Wolfgang Panhölzl
Mag. Wolfgang Panhölzl
Leiter Abt. Sozialpolitik AK Wien
Mag.a Dr.in Doris Polzer
Mag.a Dr.in Doris Polzer
GF PROGES
Prim. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Popp
Prim. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Popp
Lungenfacharzt Privatklinik Döbling
Mag. Elisabeth Potzmann
Mag. Elisabeth Potzmann
Präsidentin Österr. GKPV
Dr. Erwin Rebhandl
Dr. Erwin Rebhandl
Präsident AM Plus, Vorstandsmitglied PRAEVENIRE
Prof. Dr. Reinhard Riedl
Prof. Dr. Reinhard Riedl
FH Bern, Vorstandsmitglied PRAEVENIRE
Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Bernd Michael Rode
Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Bernd Michael Rode
Ehrenpräsident ASEA-UNINET
Priv.-Doz. Dr. Ralf Rosenberger
Priv.-Doz. Dr. Ralf Rosenberger
FA Unfallchirurgie, Sportverletzungen
Hon.Prof.(FH) Dr. Bernhard Rupp
Hon.Prof.(FH) Dr. Bernhard Rupp
Leiter Fachabt. Gesundheitswesen AK NÖ
Mag. Martin Schaffenrath
Mag. Martin Schaffenrath
Mitglied Verwaltungsrat ÖGK
Mag. Dr. Hans-Jörg Schelling
Mag. Dr. Hans-Jörg Schelling
Präsident des Vereins PRAEVENIRE
Dr. Harald Schlögel
Dr. Harald Schlögel
Präsident Ärztekammer NÖ
Dr. Florian Stummer
Dr. Florian Stummer
Forschungskoordinator, JKU Linz
Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres
Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres
Ärztekammer Wien
Mag. Susanne Siokola-Tomandl
Mag. Susanne Siokola-Tomandl
GF Urban Health Concept
Mag. DDr. Wolfgang Wein
Mag. DDr. Wolfgang Wein
Pharmaexperte
Dr. Fabian Waechter
Dr. Fabian Waechter
Allgemeinmediziner
Max Wininger
Max Wininger
GF Next AG für Kommunikation
Univ.-Prof. Dr. Erika Zelko
Univ.-Prof. Dr. Erika Zelko
Leiterin Institut für Allgemeinmedizin, JKU Linz
Josef Zellhofer
Josef Zellhofer
Bereichsleiter, Younion
Prof. Dr. Dirk Ziebolz
Prof. Dr. Dirk Ziebolz
GF Oberarzt Zahnerhaltung, Uni Leipzig

Publikationen

Konsensus-Statements zur Rolle der Zahnmedizin

Die hier vorgestellten Konsensus-Statements, verfasst von führenden Expert:innen aus Österreich und Deutschland, beleuchten die zentrale Rolle der Zahnmedizin in der Gesundheitsversorgung. Die zahnmedizinische Praxis könnte zukünftig nicht nur auf die Behandlung von Zähnen und Zahnhalteapparat beschränkt bleiben, sondern auch als Schnittstelle zur Früherkennung, Gesundheitsförderung und Beratung dienen.

Die Konsensus-Statements zeigen, wie Zahnärztinnen und Zahnärzte durch regelmäßigen Patientenkontakt Risikofaktoren wie Stress, Ernährung oder Rauchen frühzeitig erkennen und gezielt auf deren gesundheitliche Risiken hinweisen könnten. Ein besonderer Fokus liegt auf der Unterstützung bei der Raucherentwöhnung.

Die Konsensus-Statements verdeutlichen, wie durch gezielte Beratung, interdisziplinäre Zusammenarbeit und die Einbindung der Zahnmedizin in ein ganzheitliches Versorgungskonzept die Lebensqualität von Patient:innen nachhaltig verbessert werden kann.

Konsensus-Statement Früherkennung und Prävention

Konsensus-Statement
Früherkennung und Prävention:
Die Rolle der Zahnärztinnen und Zahnärzte

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Konsensus-Statement Rauchen als Sucht

Konsensus-Statement
Rauchen als Sucht: Prävention und Therapieoptionen
in der zahnärztlichen Praxis

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Gemeinsam Gesundheit gestalten

Die Manifeste und Petitionen von PRAEVENIRE bilden die Grundlage für evidenzbasierte Impulse in der österreichischen Gesundheitspolitik.