PRAEVENIRE-Initiative · Anlässlich des Weltnichtrauchertags am 31. Mai

Petition zur Verbesserung der Lungengesundheit in Österreich

Lungengesundheit beginnt nicht erst mit der Diagnose. Sie entsteht dort, wo Menschen atmen, leben, lernen, arbeiten und geschützt werden - oder eben nicht ausreichend geschützt sind.

Präambel: Was Lungengesundheit beeinflusst

Die von PRAEVENIRE zusammengeführten Expertinnen und Experten haben in den Gesprächsrunden zu Asthma und COPD übereinstimmend bestätigt: Lungengesundheit wird durch ein Bündel an Faktoren geprägt. Viele dieser Faktoren wirken bereits früh im Leben, oft lange bevor Beschwerden als Krankheit erkannt werden.

Besonders bedeutsam sind aktive Nikotin- und Tabakexposition, Passivrauch sowie die zunehmende Verbreitung von E-Zigaretten und Vapes. Rauchen bleibt der wichtigste vermeidbare Risikofaktor für chronische Lungenerkrankungen. Neue Nikotinprodukte werden gerade von Jugendlichen häufig als modern oder weniger schädlich wahrgenommen, können aber Abhängigkeit fördern und eine frühe, dauerhafte Schadstoffbelastung etablieren.

Die Expertinnen und Experten betonen außerdem die Bedeutung von Luftqualität und Umweltbedingungen. Schlechte Außenluft, Feinstaub, andere Luftschadstoffe, Reizstoffe, Aerosole und chemische Expositionen am Arbeitsplatz oder im Ausbildungsumfeld können Atemwege belasten, Entzündungen begünstigen und bestehende Erkrankungen verschlechtern.

Auch frühe Lebensphasen sind entscheidend. Tabakrauch im Umfeld, häufige Atemwegsinfekte in der Kindheit, ungünstige Umweltbedingungen, niedriges Geburtsgewicht und andere Belastungen können die spätere Lungenreserve beeinflussen.

Bei Asthma kommen weitere Trigger und Risikofaktoren hinzu: Allergene, Infekte, körperliche Belastung, Reizstoffe, hormonelle Einflüsse sowie genetische und familiäre Dispositionen. Bei COPD stehen neben Tabakrauch insbesondere Passivrauch, Luftschadstoffe, berufliche Expositionen und wiederholte Atemwegsinfekte im Vordergrund.

Frauen sind besonders zu berücksichtigen: Asthma und COPD verlaufen bei Frauen teils anders, werden häufiger unterschätzt oder später erkannt - daher sind geschlechtersensible Prävention, Diagnostik und Versorgung notwendig.

Moderne Therapien stärken die Versorgung: Konsequente inhalative Therapien und moderne, teils langwirksame Behandlungsoptionen wie Biologika können insbesondere bei schwerem Asthma helfen, Exazerbationen zu reduzieren.

Zahlen, Daten und Fakten

2.1. Luftqualität und Umweltbedingungen

Luftqualität und Umweltbedingungen sind zentrale Einflussfaktoren für die Lungengesundheit. Feinstaub, Stickstoffdioxid, Ozon, Passivrauch, berufliche Reizstoffe, Aerosole und andere Luftschadstoffe können die Atemwege reizen, Entzündungen fördern und bestehende Erkrankungen wie Asthma oder COPD verschlechtern.

Der Jahresbericht der Luftgütemessungen in Österreich 2024 des Umweltbundesamts zeigt zwar, dass die EU-Grenzwerte zum Schutz der menschlichen Gesundheit 2024 nicht überschritten wurden. Aus gesundheitlicher Sicht bleibt die Belastung dennoch relevant: Der strengere WHO-Jahresrichtwert für Feinstaub PM2,5 von 5 µg/m³ wurde 2024 nahezu flächendeckend überschritten. Die mittlere PM2,5-Exposition der österreichischen Wohnbevölkerung lag bei 8,4 µg/m³, die mittlere NO₂-Exposition bei 11,4 µg/m³. Auch Ozon bleibt für die Atemwegsgesundheit bedeutsam: 2024 wurde die Informationsschwelle von 180 µg/m³ an zwei Tagen und fünf Messstellen überschritten.

Saubere Luft bleibt damit ein wesentlicher Präventionsfaktor, insbesondere für Kinder, ältere Menschen, Schwangere sowie Menschen mit Asthma, COPD oder anderen Atemwegserkrankungen.

Quelle: Umweltbundesamt: Jahresbericht der Luftgütemessungen in Österreich 2024, REP-0953, Wien 2025; BMLUK: Luftqualität in Österreich 2024.

2.2. Rauchen in Österreich

Rund 1,6 Millionen Menschen rauchen in Österreich täglich. Sie konsumieren im Durchschnitt 15,4 Zigaretten pro Tag, beginnen mit 17,8 Jahren. Vier bis fünf Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren konsumieren (fast) täglich E-Zigaretten, zwölf Prozent der Frauen rauchen in der Schwangerschaft zumindest gelegentlich.

1,6 Mio.

Menschen rauchen täglich in Österreich

15,4

Zigaretten pro Tag im Durchschnitt

17,8

Jahre - durchschnittliches Einstiegsalter

12 %

der Frauen rauchen in der Schwangerschaft zumindest gelegentlich

4-5 %

der Bevölkerung ab 15 konsumieren (fast) täglich E-Zigaretten

208 €

geben täglich Rauchende durchschnittlich pro Monat für Zigaretten aus

Quellen: STATISTIK AUSTRIA, Gesundheitsbefragung 2019, Mikrozensus-Sonderprogramm Rauchgewohnheiten der österreichischen Bevölkerung; Schmutterer, I., & Akartuna, D. (2025): Tabak- und Nikotinkonsum: Zahlen und Fakten 2024, Gesundheit Österreich.

Die Forderungen

Forderungen von PRAEVENIRE

Aus den dargestellten medizinischen, präventiven und gesellschaftlichen Gründen fordert PRAEVENIRE folgende Maßnahmen zur Verbesserung der Lungengesundheit:

1

Ausweitung rauchfreier Zonen im öffentlichen Raum

Rauchfreie Zonen sollen ausgeweitet werden, insbesondere in Gastgärten, Parks sowie in kinderrelevanten Bereichen. Dadurch soll die Belastung durch Passivrauch wirksam reduziert und die gesellschaftliche Akzeptanz des Rauchens im Alltag weiter verringert werden.

2

Weitere Einschränkung von Tabakwerbung und sichtbarer Platzierung

Tabakwerbung sowie die sichtbare Platzierung von Tabakprodukten im Verkaufs- und öffentlichen Umfeld sollen weiter eingeschränkt werden. Ziel ist es, Verfügbarkeit, Sichtbarkeit und Attraktivität dieser Produkte deutlich zu reduzieren.

3

Konsequente Umsetzung bestehender Verkaufsbeschränkungen

Bestehende Verkaufsbeschränkungen müssen einheitlich und konsequent umgesetzt werden. Dazu gehören verbindliche Alterskontrollen sowie strengere Regeln für neue Nikotinprodukte, damit Minderjährige und junge Menschen wirksam geschützt werden.

Ziel der Petition

Diese Petition fordert konkrete politische und organisatorische Schritte, um die Belastung durch Tabakrauch, neue Nikotinprodukte und vermeidbare Schadstoffexpositionen zu reduzieren und damit die Lungengesundheit in Österreich nachhaltig zu stärken.

Appell

Lungengesundheit ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Wer Tabak- und Nikotinexposition reduziert, schützt Kinder und Jugendliche, entlastet Menschen mit bestehenden Atemwegserkrankungen und stärkt langfristig die öffentliche Gesundheit in Österreich.

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Unterstützerinnen und Unterstützer der Petition

Stand: 29. Mai 2026

Ich unterstütze die PRAEVENIRE-Petition zur Verbesserung der Lungengesundheit in Österreich.

Sebastian Hochreiter
Sebastian Hochreiter
AIM Austria
Mag.pharm. Dr. Isabella Bauer-Rupp
Johannes Bertuch
Prim. Priv.-Doz. Dr. Robab Breyer-Kohansal
DI Dr. Erich Eibensteiner
Jing Hu, MPharm BA
Florentina Klaffenböck
Katharina Klajnert
Univ.-Prof. Dr. Nikolaus Kneidinger
Gundula Koblmiller, MSc
Univ.-Prof. Dr. Bernd Lamprecht
Dr. Ulrich Radda
Mag. Ingo Raimon
Adis Rahmani
Dr. Erwin Rebhandl
Mag. Ella Rosenberger
Christoph Steurer, PhD
Univ.-Prof. Dr. Ivan Tancevski
Prim. Priv.-Doz. Dr. Arschang Valipour
Angelika Widhalm
Jana Wimmer
Dr. Karl Wögenstein
Jingjin Xu